Das beinahe geführte Interview

Am Autosalon in Genf beinahe angetroffen: Fürst Albert II., der sämtliche Dienstwagen seiner Minister verkaufen will.

Das Handelsblatt  wusste von einer Finanzkrise zu berichten, einer persönlichen Niederlage des Fürst Albert II. gar. Hintergrund war der Entscheid, das Programm zur Landgewinnung entlang der Küstenlinie vor der Stadt Monte Carlo zu stoppen. Wie passend, hat RedAct beinahe mit dem monegassischen Staatsoberhaupt Fürst Albert am Autosalon 2015 in Genf über Autos, finanzielle Umverteilung und Verkehrsprobleme sprechen können …

 

Hoheit, Sie wollen jetzt also richtig Ernst machen mit dem Sparen.

Das ist korrekt, und wir beginnen gleich mit dem Wichtigsten.

 

Dienstwagenverkäufe haben aber wohl eher Symbolcharakter.

Das sagen Sie, weil Sie nicht wissen, welche Dienstwagen wir alle haben.

 

Man hört von einem Bugatti Veyron, der 1,7 Millionen Euro gekostet haben soll.

Ja, aber einige Minister fahren auch richtig teure Autos.

 

Dann dürfte ja einiges zusammenkommen. Was machen Sie mit dem ganzen Geld?

Wir finanzieren damit dringend notwendige Reformen, insbesondere im Bereich der U-Boot-Flotte, der Fliegerabwehr und der Grenzsicherung zu Frankreich.

 

Ist das wirklich notwendig?

Was das betrifft, wenden Sie sich bitte an die Exponenten der schweizerischen Rüstungsindustrie. Die verkaufen uns schliesslich den ganzen Krempel.

 

Wie soll’s jetzt weitergehen? Werden günstigere Dienstwagen angeschafft?

Darüber hab’ ich ich hier am Salon gerade mit Dieter Zetsche von Daimler gesprochen. Er hat ja die Modell-Linie Maybach reaktiviert, das ist für mich eine Marke mit sehr guter Reputation.

 

So ein Maybach ist aber auch nicht unter 130’000 Euro zu haben. Werden Ihre Minister auch auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen?

Wäre der Heliport nicht chronisch überlastet, käme das als Option sicher in Frage.

 

Sie selbst benutzen angeblich einen ziemlich gebrauchten Rolls-Royce Silver Shadow.

Davon hab’ ich auch schon gelesen.

 

Auf jeden Fall Gratulation zu diesem ersten grossen Schritt.

Danke! Aber jetzt muss die EU den nächsten Schritt tun. Unsere Geduld währt nicht ewig.