«Ich bin der Dirigent. Die Musik kommt vom Ensemble»

«smart» ist das Print-Flaggschiff von RedAct. Die Kundenmagazine von Schweizer Energieversorgern verantwortet Chefredaktor Patrick Steinemann.

 

Patrick Steinemann, man sagt über Sie, Sie seien ein Organisationsmonster.

Monster sind ja manchmal ganz nette, disziplinierte Wesen … Ich habe einfach gerne einen aufgeräumten Schreibtisch – und die Übersicht über «meinen» Magazinverbund. Bei zehn Ausgaben mit je bis zu 15 Beiträgen und rund 30 einzelnen Produktionsschritten von der Redaktionssitzung bis zur Druckdatenübermittlung braucht es dafür schon ein paar Tools und Listen.

 

Was treibt Sie an?

Die Magazinproduktion ist sehr spannend und abwechslungsreich. Ich habe als Kundenbetreuer, Redaktor, Produzent und Projektleiter zahlreiche Hüte auf. Der Lohn kommt viermal pro Jahr in Form schöner und interessanter Hefte, die ich von Anfang bis Ende begleitet habe.

 

Sie koordinieren die Individualisierung von zehn Energieversorgern und verantworten selbst drei davon. Wie bekommen Sie alles unter einen Hut?

Indem ich nur 80 Prozent arbeite! Im Ernst: Ich produziere die Magazine ja nicht alleine. Meine Kolleginnen und Kollegen bringen sich auf allen Stufen tatkräftig mit ein. Ich bin nur der Dirigent, die Musik kommt vom Ensemble.

 

Inhalt und Gestaltung der Basisausgabe erstellt RedAct autonom. Wie finden Sie Themen, die Auftraggeber und Leser bewegen?

Wir nutzen bei RedAct unsere Schwarmintelligenz und die kreative Power einer Redaktion mit viel Fachwissen, Lebenserfahrung und dem Gespür für spannende Inhalte und Geschichten.

 

Auf welchem Weg finden die Themen schliesslich ins Heft?

Längst nicht alle Themen auf unserer Liste haben auch Platz im Magazin. Die attraktivsten Inhalte machen das Rennen. Wir komponieren für jede Ausgabe einen guten Mix für intelligenten Lesespass.

 

Wie bringen Sie Leben in die «smart»-Geschichten?

Wo immer möglich erzählen wir unsere Geschichten über Menschen. Diese können Fachwissen plastisch vermitteln oder spannende Einblicke in neue Themenwelten geben. Der Lesernutzen ist für uns immer zentral, damit wir auch nah am Leben unserer Adressaten sind.

 

Sie haben viele Jahre im Tagesjournalismus gearbeitet. Wie qualifiziert sind Sie in technischen Energiefragen?

Als Bundeshausredaktor habe ich zwar schon den damaligen Energieminister Leuenberger interviewt, daneben aber auch noch einige andere Themengebiete beackert. In den letzten fünf Jahren bin ich tief in die Materie Energie eingetaucht und habe dabei auch eine Wissensdatenbank in der Redaktion aufgebaut. Ein mächtiges Tool, das auf Evernote basiert.

 

Die Energieversorger bringen auch eigene Inhalte ins Magazin ein. Wie funktioniert das genau?

Das ist wichtig: Die Energieversorger sind Herausgeber ihrer Magazine, wir bespielen «nur» den Mantel, der im Extremfall ein vollständiges Magazin umfasst. Die Energieversorger haben ganz unterschiedliche Themen, die sie kommunizieren. An der Redaktionssitzung planen wir gemeinsam, auf welche Art und an welcher Stelle die Inhalte im Heft am besten platziert sind. Die Kommunikationsleute schreiben die Beiträge dann teilweise selbst. Meistens übernehmen aber wir die Redaktion für sie. Auch kümmern wir uns – sofern gewünscht – um die Fotoshootings.

 

Kunden haben unterschiedliche Ansprüche – wie werden Sie allen gerecht?

Durch grösstmögliche Individualisierbarkeit im Magazin. Die Kunden können von der  kleinen Newsmeldung bis zum fünfseitigen Schwerpunktartikel alle Inhalte austauschen. Als Grundgerüst steht Ihnen aber immer unsere fixfertige Basisausgabe zur Verfügung.

 

Wo setzen Sie mit Ihrer Beratung an?

Ob Kundenbindung oder Abverkauf – wir unterstützen, indem wir die Inhalte und Geschichten möglichst attraktiv aufbereiten, damit sie auch gelesen werden und die Botschaften ankommen. Als Magazinmacher geben wir etwa Inputs, welche Themen sich für welche Rubriken eignen und worauf geachtet werden muss, damit auch im individualisierten Heft die Dramaturgie noch stimmt.

 

Was bedeutet Qualität für Sie?

Wir wollen für unsere Kunden viermal im Jahr ein nach journalistischen Regeln produziertes Magazin realisieren, bei dem die Fakten und die Tonalität in den Texten stimmen und die Bilder Emotionen auslösen. Wenn das Produkt dann noch pünktlich bei den richtigen Empfängern ankommt und der Kunde damit rundum zufrieden ist, dann hat es auch aus meiner Sicht das Label «Qualität» verdient.

 

Patrick Steinemann hat Germanistik, Philosophie und Publizistik studiert und danach einige Jahre als Journalist für Tageszeitungen und Fachzeitschriften geschrieben. Seit 2011 ist er im Corporate Publishing tätig.